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Gold

Gold wird seit etwa 10000 Jahren von den Menschen verarbeitet. Die Tatsache, dass es in gediegener Form vorkommt und sich leicht verarbeiten lässt, trug sicherlich zu seiner frühen Bedeutung bei. Ebenfalls lässt es sich leicht mit anderen Metallen legieren. Erste Goldmünzen wurden im 6. Jahrhundert v. Chr. in Persien geprägt. Das chemische Symbol Au stammt von der lateinischen Bezeichnung "aurum".
Allgemein
Name
Gold
Symbol
Au
Ordnungszahl
79
Serie
Übergangsmetalle
Gruppe
11, 6, d
Aussehen
metallisch gelb
Dichte
19,32 g/cm3
Schmelzpunkt
1337 K (1064 °C)
Atomgewicht
196,967 u
Eigenschaften
Gold besitzt von allen Edelmetallen die niedrigste Härte und Zugfestigkeit und zusammen mit Silber die höchste Dehnung. Gold ist eines von nur drei farbigen Metallen, gut legierbar mit anderen Metallen und kann dadurch in Festigkeit und Farbe stark variiert werden. Anders als Silber zeigt Gold eine extrem hohe Oxidationsbeständigkeit gegen Sauerstoff und wird auch von den meisten Säuren nicht angegriffen. Chemisch gelöst werden kann es nur in Cyanidlösung oder sehr starken Oxidationsmitteln wie zum Beispiel Königswasser. Gold ist dank seines für Edelmetalle niedrigen Schmelzpunktes gut gießbar. Die hervorragende Duktilität und Verarbeitbarkeit sowie die durch Zulegierung variable Farbe prädestiniert Gold für die Herstellung von Schmuck und Kunstgegenständen. Die neben Silber und Kupfer höchste elektrische Leitfähigkeit bei gleichzeitig hervorragender chemischer Beständigkeit sind ideale Voraussetzungen für den Einsatz von Gold in hochwertigen Anwendungen der Elektronikindustrie. In Verbindungen liegt Gold vorwiegend in der Wertigkeit +3, gelegentlich +1 vor.
Gewinnung / Produktion
Gold, das bereits in vorgeschichtlicher Zeit gewonnen wurde, findet sich meist gediegen oder in sulfidischen Erzen, wobei es oft in Quarzschichten eingeschlossen ist. Wichtige Vorkommen befinden sich in Südafrika und China mit je ca. 10 % der Weltjahresproduktion, sowie Australien und USA. Gediegenes Gold kann im einfachsten Fall aufgrund seiner hohen Dichte beim "Goldwaschen" durch Schwerkraftaufbereitung abgetrennt werden. Gewöhnlich aber wird das gemahlene Golderz mit Cyanidlösung gelaugt, um das Gold als komplexes Goldcyanid herauszulösen. Aus dieser Goldcyanidlösung wird Rohgold ausreduziert und elektrolytisch zum Feingold raffiniert. Als Nebenprodukt der elektrolytischen Kupfer- und Silberraffination wird Gold auch aus den Anodenschlämmen gewonnen. Ebenfalls wird es in kleinen Mengen als Beimetall bei der Scheidung von Platinmetallen aus Erzen erhalten. Wichtige sekundäre Quelle für Gold ist das Juwelier- und Dentalgeschäft. Bei Heraeus wird Gold im Maßstab von mehreren hundert Tonnen in Hongkong, Hanau und bei Argor-Heraeus in der Schweiz raffiniert.
Anwendung
Der größte Teil (ca. 60 %) des vorhandenen Goldes ist in Schmuck- und Kunstgegenständen verarbeitet. Dabei wird Gold in unterschiedlichsten Legierungen verwendet, um Farbe und Bearbeitbarkeit den gewünschten Eigenschaften anzupassen. Etwa weitere 35 % befinden sich in Form von Goldbarren und Goldmünzen entweder bei Währungsinstitutionen oder Privatbesitzern als Wertanlage wieder. In der Technologie findet Gold dank der hervorragenden elektrischen Eigenschaften und der Korrosionsbeständigkeit besonders in Elektronikanwendungen seinen Einsatz. Die hohe Umformbarkeit des Werkstoffs ermöglicht die Herstellung von feinsten Drähten, die als Bonddrähte in hochwertigen elektronischen Bauteilen der Halbleitertechnik eingesetzt werden. In der Leiterplattentechnologie sind Goldpasten für Kontaktflächen oder als Lote wichtig, und in der Elektronikindustrie sind vergoldete Schaltkontakte und Steckverbinder weitverbreiteter Standard. Auf Grund seiner außergewöhnlichen Farbe und des variablen Glanzgrades erlaubt das Edelmetall in der Keramik- und Glasindustrie eine hohe dekorative Vielfalt. Als Targetmaterial dient Gold zur Beschichtung von Glas und bei der Herstellung wärmereflektierender Scheiben. In medizinischen Produkten schließlich findet Gold auf Grund der Ästhetik, der Bioverträglichkeit und der guten Verarbeitbarkeit vor allem als Füll- oder Ersatzwerkstoff von Zähnen seine Verwendung.